Aufnahmeantrag  

„Einsam im Alter – wenn Alkohol zum stillen Begleiter wird. Ursachen, Risiken und Wege zurück in die Gemeinschaft.“

 

 

Vereinsamung im Alter und daraus resultierender Alkoholkonsum

Warum Vereinsamung im Alter zunimmt

Vereinsamung entsteht nicht durch das Alleinsein selbst, sondern durch die Diskrepanz zwischen gewünschten und tatsächlich vorhandenen sozialen Beziehungen. Besonders betroffen sind ältere Menschen nach einschneidenden Lebensereignissen wie:

  • Tod des Partners oder enger Freunde
  • Eintritt in den Ruhestand
  • Verlust sozialer Rollen und Aufgaben
  • Einschränkungen der Mobilität
  • Chronische Erkrankungen
  • Wegzug von Familienangehörigen
  • Finanzielle Belastungen

Studien und Regierungsberichte zeigen, dass Einsamkeit mit psychischen und körperlichen Erkrankungen zusammenhängt und insbesondere bei älteren Menschen ein relevantes Gesundheitsrisiko darstellt. [bmbfsfj.bund.de], [familie.hessen.de]

 

Zusammenhang zwischen Einsamkeit und Alkoholkonsum – ein Teufelskreis

Fachgesellschaften und Suchthilfeorganisationen beschreiben Einsamkeit als einen wesentlichen Risikofaktor für problematischen Alkoholkonsum im höheren Lebensalter. Alkohol wird häufig eingesetzt, um:

  • Trauer zu dämpfen
  • Langeweile zu bekämpfen
  • Schlafprobleme zu überdecken
  • Ängste und depressive Verstimmungen zu reduzieren
  • Gefühle von Isolation kurzfristig zu verdrängen

Besonders gefährlich wird dies, wenn Alkohol zur regelmäßigen Bewältigungsstrategie wird. Dann steigt das Risiko einer Abhängigkeit erheblich.

 

Zahlen und Fakten

In Deutschland trinken etwa:

  • rund 12 % der Frauen über 65 Jahre Alkohol in gesundheitlich riskanten Mengen,
  • knapp 18 % der Männer über 65 Jahre in gesundheitlich riskanten Mengen.
  • Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) geht davon aus, dass Suchterkrankungen auch im Alter häufig auftreten und oft lange unentdeckt bleiben.

 

Nach Schätzungen leiden rund 400.000 Menschen über 60 Jahren in Deutschland an Alkoholabhängigkeit.

 

Warum Alkohol im Alter besonders gefährlich ist

Mit zunehmendem Alter verändert sich der Stoffwechsel:

  • Der Wasseranteil des Körpers sinkt.
  • Alkohol wird langsamer abgebaut.
  • Die Wirkung tritt stärker ein.
  • Das Sturzrisiko steigt.
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten nehmen zu.

Schon Mengen, die früher vertragen wurden, können zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen.

Mögliche Folgen:

  • Stürze und Knochenbrüche
  • Gedächtnisstörungen
  • Depressionen
  • Demenzrisiko
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Lebererkrankungen
  • soziale Isolation und weitere Vereinsamung

 

Warnsignale

Angehörige und Fachkräfte sollten aufmerksam werden bei:

  • zunehmendem Rückzug
  • Vernachlässigung von Hobbys
  • häufigem Alkoholkonsum allein
  • Schlafproblemen
  • Gedächtnisproblemen
  • Stimmungsschwankungen
  • häufiger Gangunsicherheit oder Stürzen

Da diese Symptome oft als "normales Altern" fehlinterpretiert werden, bleibt die Problematik häufig unerkannt.

 

Was hilft?

Wirksame Maßnahmen gegen einsamkeitsbedingten Alkoholkonsum sind:

  • Mehrgenerationenangebote
  • Seniorentreffs
  • Ehrenamtliches Engagement
  • Nachbarschaftsprojekte
  • Besuchsdienste
  • Bewegungsangebote
  • Trauergruppen
  • Suchtberatung speziell für ältere Menschen

Soziale Teilhabe gilt als einer der wichtigsten Schutzfaktoren gegen Einsamkeit und damit auch gegen problematischen Alkoholkonsum.

 

Wer könnte in Hessen dazu referieren?

 

1. Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS) – Frankfurt

Die HLS ist die zentrale Fachorganisation für Suchtprävention und Suchthilfe in Hessen und verfügt über Fachreferentinnen und Fachreferenten zu:

  • Alkohol im Alter
  • Suchterkrankungen
  • Prävention
  • gesellschaftliche Folgen von Einsamkeit

Website: https://www.hls-online.org

2. Diakonie Hessen – Fachbereich Suchtfragen

Die Diakonie Hessen beschäftigt sich sowohl mit:

  • Einsamkeit
  • sozialer Teilhabe im Alter
  • Suchterkrankungen

und kann geeignete Fachreferenten vermitteln.

3. Dr. Janosch Schobin

Einer der bekanntesten deutschen Einsamkeitsforscher. Er wird von der Diakonie Hessen ausdrücklich als Einsamkeitsexperte genannt. Sein Schwerpunkt liegt auf:

  • Einsamkeitsforschung
  • gesellschaftliche Folgen von Isolation
  • Prävention und soziale Teilhabe

4. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS)

Die DHS sitzt zwar in Hamm (NRW), stellt jedoch regelmäßig bundesweite Fachreferenten für Veranstaltungen zu:

  • Sucht im Alter
  • Alkoholmissbrauch
  • Prävention
  • Gesundheitsförderung

zur Verfügung.

5. Fachärzte für Geriatrie und Suchtmedizin an hessischen Kliniken

Geeignete Einrichtungen wären beispielsweise:

  • Universitätsklinikum Frankfurt
  • Universitätsklinikum Marburg
  • Klinikum Kassel
  • Agaplesion Elisabethenstift Darmstadt

Dort finden sich häufig Experten für Alterspsychiatrie, Gerontologie und Suchtmedizin.

 

Das Thema ist aktuell hochrelevant, weil Hessen derzeit Einsamkeit ausdrücklich als gesellschaftliche Herausforderung behandelt und entsprechende Präventionsstrukturen aufbaut.



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Beisitzerin

                       Ortsvereinigung NN

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Beisitzer

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