Reise in das Landschaftsparadies Uckermark und Stettin mit der
Senioren Union Liederbach vom 10.-14.07.2026

Um halb sieben war der Parkplatz an der Liederbachhalle noch leer, um 6.30h fuhr der comfortable Reisebus des Dolce Vita Reiseclubs – Dietz Bustouristik - auf seinen angestammten Platz und auch die ersten Reiseteilnehmer fanden sich ein. Herr Ramge kontrollierte die Teilnehmerlisten, die Koffer wurden verstaut, sodass um 7.05h gestartet wurde.
Nach einer Begrüßung seitens Herrn Ramge und Herrn Jaschinski, mit Herrn Dietz am Lenkrad – wegen der Länge der Reisestrecke war ein Fahrerwechsel notwendig – und bei Sonne satt ging es erstmal bis Kassel Hauptbahnhof. Inzwischen hatte sich die Sonne hinter Wolken und sogar teilweise Nebel zurückgezogen.
Nach Kassel ging es quer Richtung Harz, Magdeburg und Berlin, wobei die Sonne auch wieder zurückkehrte und uns während der ganzen Reise nur sporadisch verlassen sollte, wobei die Temperaturen in der Uckermark sich eher im angenehmen, windigen zwanziger Bereich einpendelten.
Eine Mittagspause wurde eingelegt am ehemaligen DDR-Grenzübergang und jetzigen Gedenkstätte Marienborn, bis Berlin zeigte das Kilometerschild noch 173 km. Doch auf Höhe des Flämings (Höhenzug und gewachsene Kulturlandschaft im südwestlichen Brandenburg und östlichen Sachsen-Anhalt – erstreckt sich östlich von Magdeburg über mehr als 100 km) erreichte uns die erste Nachricht über 3 Staus voraus!
Wir streiften dabei nach dem Dreieck Havelland und Überquerung der Havel Potsdam Nord, Schloss Ribbeck (Theodor Fontane), Oranienburg und wurden an verschiedenen Stellen richtig eingerahmt von mächtigen Sonnenblumenfeldern.
Nachdem wir die Autobahn A2 verlassen hatten, fuhren wir auf wunderbaren Alleen durch eine weite Landschaft mit von sogenannten „Augen“ (= kleine, inselartige Feuchtbiotope (Sölle) inmitten der Felder, worin sich oft der Himmel spiegelt, deshalb auch oft Augen der Landschaft oder Himmelsaugen genannt) gekennzeichneten und schon größtenteils abgeernteten Feldern.

So erreichten wir Templin (Namensherkunft evtl. „Auf dem Hügel am See“) und unser Ahorn-Hotel am späten Nachmittag. Die Stadt mit nur 16.000 Einwohnern ist anerkannter Kurort „Thermalsoleheilbad“ und setzt vor allem auf Tourismus als Haupteinnahmequelle, nachdem in früheren Zeiten Obstplantagen und eine Wehrklinik für Beschäftigung sorgten. Auch das in Y-Form errichtete riesige und jetzt sehr bunte 3sterne-Hotel mit seinem „olympischen“ Pool diente früher als Trainingsstätte für Olympioniken, ist jetzt besonders auf Familien mit Kindern ausgerichtet und bietet sehr viele Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder jeglichen Alters. Deshalb auch die verschiedenen, großen Restaurants, wobei ab und an die Enge im für Bustouristen vorgesehenen“ die Kulinarik etwas schmälerte. Doch auch hier waren die Restaurantmitarbeiter sehr kulant und zeigten einem die Sitzmöglichkeit im Familienrestaurant „Uckermark“! Betont werden muss die sehr zuvorkommende und hilfsbereite Art aller Mitarbeiter, egal in welchem Bereich!
Abends war die große Terrasse, die man durch das Restaurant „Brandenburg“ erreichen konnte, ein favorisierter Platz, um dort den Tag ausklingen zu lassen.

Denn am nächsten Tag war schon um 9.00h Abfahrt mit unserem örtlichen Reiseleiter, Herrn Knut Metzke, Dipl-Ing. und zertifizierter Natur- und Landschaftsführer. Er hat uns die drei Tage begleitet und an seinem Wissen teilhaben lassen, einer Unmenge an Wissen, welches wir bestimmt nicht alles behalten haben aber uns jeden Tag aufs Neue in seinen Bann gezogen hat.
Natürlich durfte ein kleiner Abstecher zum ehemaligen Wohnhaus von Angela Merkel, geb. Kassner, nicht fehlen, bevor der Rundgang in Templin am Marktplatz startete und zum Berliner Tor mit Berliner Straße, zum Akzisehaus (Zollhaus), Mühlentor und zur Tankstelle von 1938 führte. Wir spazierten an der sehr gut erhaltenen Stadtmauer entlang; diese ist bis zu 7 m hoch und besteht nur aus geschichteten Feldsteinen ohne Mörtel. Sogenannte Wiekhäuser dienten als Beobachtungs- und Wehrtürme.
Wir erreichten die Dampfer-Anlegestelle an der Seestraße und die 5-Seen-Rundfahrt mit Blick auf die Stadtkirche und Pionierbrücke, zeigte wunderschöne Naturlandschaften, Unmengen an weißen Seerosen und vor allem gelben Teichrosen.



Anschließend reichte die Zeit für einen Kurzbesuch in Schloss Boitzenburg, wo sich im Marstall ein wunderbares Café, eine Chocolaterie (allerdings wegen der hohen Temperaturen nicht in Betrieb), eine Brotbäckerei, ein Restaurant und ein Eisladen befanden. Das wunderbar gelegene Schloss (mietbar für Hochzeiten, einige Hotelzimmer und einfache Zimmer für Jugendreisen) konnte vom Schlosspark aus bewundert werden, bevor es dann weiter nach Lychen ging zur Kremserfahrt (benannt nach seinem Berliner Erfinder Simon Kremser) beim Reiterhof der Familie Rentsch, wo die Planwagen von Mullis (langlebige und sehr genügsame Tiere) gezogen werden. Begleitet vom Hofhund, der die Strecke durch den Wald wahrscheinlich doppelt absolvierte, erreichten wir zum Schluss der Fahrt einen wunderbaren Aussichtspunkt, bevor der Bus uns zurück durch das Lychener Seen- und Waldgebiet zum Hotel brachte – wie kann es anders als durch die Ahornallee!
Am nächsten Tag ging es nach Stettin: wieder durch Alleen, an romanischen Feldkirchen (Boden!), Hassleben (in DDR riesiger Schweinemastbetrieb), Birkenhain (Himmler Baracken – Ausweichquartier der SS), Prenzlau (letzte Kriegstage heftig gelitten, jetzt kleine unbedeutende Stadt in Brandenburg) vorbei auf die Autobahn nach Stettin: alte Hansestadt (Fischhaus der Hanse) am blauen Strom (Oder) und seit 1985 Universitätsstadt und daher quirlig und lebendig! Die Stadt erlitt im Krieg starke Zerstörungen, zählt jetzt 420.000 Einwohner und ist wichtig als Hafen, für Seetransfer, Transportwege und wurde nach dem Krieg nach Pariser Vorbild aufgebaut = zentrale Plätze mit sternförmig verlaufenden Straßen und herrlichen Jugendstilhäusern. Die Fahrt führte vorbei am Jugendstilviertel, am Polendenkmal, am Kaiser-Wilhelmplatz, an der Russisch-Orthodoxen Kirche, an der Philharmonie zum Schloss der Pommernherzöge, das wir allerdings nur außen umrundeten, wobei dieser Rundgang uns aber einen tollen Blick über den Seehafen gewährte, bevor es nach Fotostopp an den Haken Terrassen (OB Hermann Haken) zum Radisson Blu Hotel, in den 22. Stock zum Café 22 mit atemberaubendem Rundblick zur Kaffee- und Kuchenpause ging.

So gestärkt schloss sich ein kurzer Stadtspaziergang an, wobei der Besuch der backsteingotischen, von der jetzigen polnischen römisch-katholischen Kirche genutzten Jacobi Kathedrale im Mittelpunkt stand: herausragende Orgel, mächtiges Kreuzrippengewölbe, nur die Apsis allerdings ist original erhalten!

Der letzte Tagesausflug führte uns als Rundfahrt durch das Biosphärenreservat Uckermark-Schorfheide. Erwähnt wurde der jetzige Wohnsitz von A. Merkel in Hohenwalde, Joachimsthal, Carinhall (Göring). Beim Kaiserbahnhof Joachimsthal (wo Kaiser Wilhelm II mit Dampfschiff – Werbellinsee oder per Kutsche zum Jagdschloss gebracht wurde) wurde ein Fotostopp eingelegt und weiter ging es durch den Schorfheider Wald zum Senkrecht-Schiffshebewerk in Niederfinow, welches wir mit dem Schiff befuhren und so die mächtige, imposante neue Anlage im Oder-Havelkanal (Höhenunterschied 36m, Bau 2008-2022 –
die alte Anlage wurde 1934 gebaut im 1914 eingeweihten Hohenzollernkanal) erleben konnten: Ein Hightech-Meisterwerk der Ingenieurkunst! Das größte Hebewerk in Europa befindet sich in Belgien (73m Höhenunterschied), das größte der Welt in China.
Eine Mittagspause im Landgasthof am Schiffshebewerk schloss sich an und die weitere Fahrt (Felder, Felder, Felder!) führte uns zum Zisterzienserkloster Chorin mit seiner 750-jährigen Geschichte: mittelalterliche Blütezeit, 300-jährige Zeit des Verfalls, Wiederbelebung durch Karl Friedrich Schinkel (erste Denkmalpflege) – einige Daten:
- 1258 Gründung des Vorgängerklosters Mariensee
- 1272 Verlegung nach Chorin (Aufteilung Arbeitermönche- Westen, Priestermönche – Osten, Scriptorium mit Heizung!))
- Bis 1542 Kloster, dann Auflösung durch die Reformation
- Anschließend staatliche Domäne, Forstverwaltung, keine weitere Zerstörung im zweiten Weltkrieg
- Seit 1900 Tourismus (Führungen, Trauungen, Taufen)
· Heute: „Ruine unter Dach, Ort der Stille und Schönheit“

Interessant: Bestimmte Teile des Klosters werden als Ausstellungsräume genutzt (Cellarium), die Westfassade, aufwendiges Backsteindekor und Fragmente von Wandmalereien sind erhalten und das Kirchenschiff verwandelt sich im Rahmen des Choriner Musiksommers in Konzert- und Theaterbühne.
Im Vergleich zum uns bekannten Kloster Eberbach im Rheingau muss erwähnt werden, dass Eberbach nach seiner Säkularisierung in 1803 in eine Stiftung übergegangen ist, die mit Spenden und mit staatlichen Mitteln sowie Tourismus und Weinbau ihren Erhalt sichern kann. Wie die Führerin in Chorin wusste, wird diese Vorgehendweise wohl auch in Chorin angestrebt.
Nach einem letzten Abendessen, einem letzten Spaziergang zum Lübbesee, einem letzten Drink auf der Terrasse und einem letzten Frühstück am 14. Juli ging es um 9.00h zurück nach Liederbach, das wir am frühen Abend zufrieden und voll mit neuen Eindrücken erreichten!!
Als Nachlese zur Reise empfohlen: Theodor Fontane, Gedichte, poetische Kostbarkeiten, Edition Rieger, ISBN 978-3-947259-53-3
Text Marijke Westphal
Bilder Klaus Hergert

Hallo zusammen,
wie ihr ggf. schon im Amtsblatt bzw. im Kreisblatt gesehen habt, findet am kommenden Freitag, 12.06.26 um 18:30Uhr ein Vortrag zum Thema Erben & Vererben im Mehrzweckraum in der Liederbachhalle statt.
Vortragender ist Rechtsanwalt und Notar Dr. Peter Ellefret, Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht.
Dr. Ellefret betreut folgende Rechtsgebiete:
§ Erbrecht
§ Gesellschaftsrecht
§ Wohnungseigentumsrecht
§ Vereinsrecht
§ Recht der Medizinalfachberufe
Der Vortrag gehört zu einer Vortragsreihe, die von der CDU-Liederbach geplant ist.
Ihr braucht keine Rückmeldung zu geben ob ihr teilnehmt, der Vortrag kostet keinen Eintritt und jeder ist herzlich willkommen.
Viele Grüße
Markus Reinhart
Vorsitz SU Liederbach